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Ein Traum von einem Zoo - Was den CERZA Parc Zoologique so besonders macht

Löwenweibchen im CERZA Zoo bei Lisieux in Nordfrankreich.


Erschrocken drehe ich mich um. War da was? Wahrscheinlich nicht. Trotzdem spüre ich, wie mein Herz pocht. In den Bäumen über mir kreischt ein Vogel. Ich lasse meine Augen noch einmal durch das Unterholz wandern, bevor ich mich wieder den Zwergflusspferden zuwende, die einige Meter von mir entfernt an einem Salatkopf nagen. Nein, da war nichts, rede ich mir ein, nur um im gleichen Augenblick wieder herumzufahren. Und da! Diesmal ist da was. Ich erkenne den pelzigen gesprenkelten Rücken eines Raubtiers, das sich behände einen Weg durch die Büsche bahnt...

Na gut, ich gebe es zu: da habe ich in meiner Einleitung vielleicht doch ein bisschen übertrieben. Trotzdem ist der CERZA Parc Zoologique in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Lisieux etwas ganz Besonderes. Warum? Weil die Tiere hier Platz haben. Ganz viel Platz. Und zwar nicht nur einige, sondern alle. Die einzelnen Gehege sind dabei so geschickt in die Landschaft integriert, dass man immer mal wieder ein Tier durchs Dickicht huschen sieht und den umgebenden Zaun nicht bemerkt.

Aber von vorn. Der CERZA Parc Zoologique ist ein Zoo in der Nähe der nordfranzösischen Stadt Lisieux (die genaue Adresse findet ihr unten). Der Park kann auf zwei Routen unterschiedlicher Länge entdeckt werden, zwischen denen auch nicht gewechselt werden kann. Ein Rundgang auf der längeren gelben Route dauert etwa 90 Minuten. Hier können unter anderem Bisons, Geparden, weiße Tiger, Braunbären und Tapire bestaunt werden. Die Dauer der roten Route ist mit etwa 60 Minuten angegeben. Hier begegnen einem unter anderem Löwen, Giraffen, Hyänen und Zwergflusspferde. Noch mehr Informationen zu den zwei Parcours findet ihr hier.

Alpaccas.


Die gesamte Parkanlage ist ziemlich weitläufig und ist man erst einmal auf einem der Rundgänge unterwegs gibt es nur wenige Abkürzungen in Richtung Ausgang und Parkplatz. Insbesondere wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist, sollte man vom kleinen Snack für zwischendurch bis zur sauberen Windel und eventuellen Ersatzklamotten alles mit in den Park nehmen.

Dieses Konzept mag auf den ersten Blick etwas sperrig klingen, ist es aber gar nicht, denn es bietet gerade für den Besuch mit Kindern einen Riesenvorteil: Eisstände und Frittenbuden und Spielplätze, die man in anderen Zoos gern mal an jeder Ecke findet, gibt es hier tatsächlich nur im Eingangsbereich. Wenn man also im Park unterwegs ist, muss man nicht alle zehn Minuten erklären, dass es jetzt nicht schon wieder ein Eis gibt. Stattdessen kann man sich voll und ganz auf die Tiere konzentrieren. Nicht schlecht oder? 

Obwohl der Park ziemlich weitläufig ist, bekommt man fast ununterbrochen Tiere zu Gesicht, denn die Gehege im Park sind nicht großzügig, sie sind riesig! Das Giraffengehege, welches nicht nur Giraffen beherbergt, sondern die afrikanische Savanne nachbildet ist stolze 60.000 qm groß. Zum Vergleich: ein Fußballfeld in der Bundesliga 7140 qm groß und würde dort somit mehr als achtmal Platz finden. Noch ein Vergleich? Okay: der Westfalenpark in Dortmund ist mit 70.000 qm nicht viel größer. Beeindruckend oder? Und weil die tatsächliche Größe der Gehege auf unseren Fotos nicht so ganz zur Geltung kommt empfehle ich euch dieses Video.

Aufgrund der enormen Größe der Gehege kommt es auch nie zu großem Gedränge, unter den Besuchern. Allenfalls zu den Fütterungszeiten (deutlich in französischer und englischer Sprache am Eingang angeschlagen), kann es mal etwas enger werden.


Die großen Gehege beugen anscheinend auch dem zootypischen Verhalten vieler Tiere vor. Raubkatzen, die stundenlang bräsig von einer Käfigecke in die andere latschen, gibt es hier nicht. Stattdessen hat man immer das Gefühl, dass die Tiere sich so verhalten, wie sie es in freier Wildbahn auch tun würden. Das hat sicherlich auch damit zu tun, dass Besucher, wo immer notwendig, weit genug von den Tieren ferngehalten werden. Trotzdem ergeben sich durch die Hanglage immer wieder spektakuläre Blicke, so kann man zum Beispiel die gesamte Paviangruppe auf einmal beobachten und so auch einen kurzen Blick in das Sozialverhalten der Tiere riskieren, der in den sonst üblichen Anlagen wohl nur schwer möglich wäre.

Hinzu kommt, dass alle Tiere (mit Ausnahme der Bewohner des Tropenhauses) in Freigehegen untergebracht sind. Die zootypischen „Häuser“ (Affenhaus, Raubtierhaus, Elefantenhaus etc.) und den ihnen anhaftenden penetranten Geruch, sucht man vergeblich. Die Tatsache, dass das Gelände durchgehend bewaldet ist, sorgt ebenfalls dafür, dass es einem eher so vorkommt, als wäre man auf einer kleinen Safari.

Die ebenfalls typischen Gitterkäfige gibt es auch nicht. Stattdessen gibt es ausnahmslos zwei Zäune. Einen Zaun der die Besucher vor den Tieren schützt und davor einen zweiten, der die Tiere vor den Besuchern schützt. Entlang der gelben Route läuft man von oben in ein kleines Tal hinein und dann gegen Ende wieder bergauf in Richtung Ausgang. Die Gehege sind oft so angelegt, dass man von oben in sie hineinsehen kann. Aufgrund der Hanglage sind dafür aber keine Aussichtstürme notwendig auf denen man sich dann mit anderen Besuchern um den besten Platz streiten muss. Ellbogengesellschaft und so... Ein Blick auf die Tiere ergibt sich in den allermeisten Fällen ganz natürlich bei einem Spaziergang über das Gelände. Also so, wie es bei einer Sichtung in freier Wildbahn auch der Fall wäre.



Tipps und praktische Hinweise

Anfahrt und Parken ist auch mit einem Wohnmobil kein Problem. Zwar führt das letzte Stück Richtung Zoo entlang einer sehr schmalen Straße, aber hier herrscht wenig Gegenverkehr. Insofern ist das problemlos machbar. Bezahlt wird direkt beim Einfahren in das Gelände, also noch vor dem Parken. Das hat den Vorteil, dass man einen Teil seiner Siebensachen getrost im Auto lassen könnte. Man kann ja jederzeit zum Auto zurück. So kann man, wenn man mit dem WoMo vor Ort ist zum Beispiel auch das Essen im Kühlschrank lassen. Das spart das lästige Mitschleppen einer Kühlbox. Direkt am Parkplatz befinden sich Picknicktische. Ob ihr das so handhaben wollt, bleibt natürlich euch überlassen ;-).

Die Wege duch den CERZA Zoo sind zum Teil recht lang und zumindest auf der gelben Route auch sehr steil. Mit einem halbwegs geländetauglichen Kinderwagen sollten sie allerdings trotzdem gut zu bewältigen sein. Am Eingang gibt es KEINE Bollerwagen, sondern nur Buggys. Wenn ihr also über einen Bollerwagen verfügt: Nehmt ihn mit! Kleinere Kinder sind in der Trage oder in der Kraxe gut aufgehoben.

Fazit: Der beste Zoo in den ich je besucht habe! Auffällig war bei unserem Besuch vor allem auch die große Anzahl an Jungtieren. Das Konzept ist dem im ZOOM in Gelsenkirchen recht ähnlich, aber ich hatte das Gefühl, dass im CERZA Zoo die Tiere und weniger Spaß und Abenteuer im Vordergrund stehen.

Preise:

Der Eintritt kostet für Erwachsene 20 Euro. Kinder zwischen 3 und 11 Jahren bezahlen 13,50 Euro. Für Kinder unter 3 Jahren ist der Eintritt frei. Noch mehr zu den Preisen findet ihr hier.

Adresse: 

Parc Zoologique CERZA
Departementale 143
14100 Hermival Les Vaux

Website:

https://www.cerza.com

Zu einem Werbevideo des Zoos und der angrenzenden Safari Lodge gelangt ihr, wenn ihr diesem Link folgt.






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