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Eine Nacht bei den Rentieren


Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man keinen geeigneten Campingplatz findet. Wir befinden uns auf der E6, etwa 50 km südlich von Alta. Schon seit einiger Zeit halten wir Ausschau nach einem geeigneten Platz zum Übernachten. Aber alle Campingplätze, die wir anfahren, sind entweder geschlossen oder nicht geeignet. Zu nass. Oder zu gruselig. Plätze zum Wildcampen? Ebenfalls Fehlanzeige. 

In der Nähe eines Parkplatzes entdecken wir eine Gruppe Rentiere. Wir halten. Pipipause. Orientieren. Wo ist der nächste Campingplatz? Schaffen wir es noch bis Alta? Die Rentiere stehen ein Stück unterhalb es Parkplatzes am Fjord und fressen die Algen von den Steinen. Unsere Anwesenheit stört sie nur moderat.

Rentiere. Seit wir den Polarkreis überschritten haben, sind sie unsere ständigen Begleiter. Etwa dreißig begegnen uns jeden Tag. Oft stehen sie direkt an der Straße und man muss aufpassen, dass man keines überfährt. Aber die Tiere scheinen an die Anwesenheit der Autos gewöhnt zu sein, ebenso wie die Autos an die Anwesenheit der Tiere. In unseren drei Wochen in Lappland kommt es zu keiner einzigen gefährlichen Begegnung zwischen unserem Wohnmobil und einem Rentier.


Um ein Foto zu machen schleichen wir uns langsam an sie heran, woraufhin sich die Rudoplph und Familie ein Stück das felsige Ufer entlang bewegen. Also wieder keine Nahaufnahme. Schade. Stattdessen entdecken wir aber etwas anderes: improvisierte Bänke. Und Feuerstellen. Offenbar handelt es sich um einen beliebten Platz zum Übernachten.

Warum auch nicht? Der Platz ist nicht morastig und eben genug um ein Wohnmobil abzustellen. Und er ist verhältnismäßig nah an der Straße aber nicht so, dass man die ganze Nacht auf dem Präsentierteller sitzt. Und er ist direkt am Wasser. Was will man mehr?

Wir bleiben und verbringen den Abend mit kochen, lesen und dem Beobachten der Rentiere, die sich mal mehr mal weniger nah an uns heran wagen. Nach einer Weile entdecken wir, dass auch zwei Jungtiere zu Herde gehören. Dazu kommt, dass die Sonne die Nacht zum Tag macht. Lediglich ein Bergrücken im Norden verhindert einen ungestörten Blick auf die Mitternachtssonne. 


Es ist eine intensive und trotzdem ruhige Begegnung mit der Natur Lapplands, von der wir auf unserer Tour noch so viel mehr mitnehmen werden. Manchmal hat es auch Vorteile, wenn man keinen geeigneten Campingplatz findet.

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