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Göteborg

Gentrifizierung und Skagenröra


Obwohl wir keine genau Route ausgearbeitet haben, gibt es doch einige Etappenziele, die wir auf unserer Reise anlaufen wollen. Göteborg ist das erste. Für die zwei Nächte, die wir dort verbringen wollen, haben wir Liseberg Camping Askim Strand ausgesucht. Ein relativ großer und sauberer Platz direkt am Wasser mit unfassbar freundlichem Personal.

Als ich morgens zur Rezeption stapfe, um die Check-In Prozedur abzuschließen, werde ich nach der Nummer unseres Platzes gefragt. Ordnung muss schließlich sein. Auch beim Camping. Ich habe natürlich keine Ahnung, welche Nummer unser Platz hat. Wieso auch? Emma (so heißt die nette Frau an der Rezeption) und ich peilen dann mal aus dem Fenster und nehmen eine grobe Abschätzung vor. Wir liegen weniger als zehn Prozent daneben. Erfreulich. Aber naja, Ordnung muss sein (siehe oben) und so muss ich nochmal zurück und die richtige Nummer angeben. Dafür bekomme ich aber noch allerhand Informationen, wie ich am besten in die Stadt komme und was es dort alles zu sehen gibt.

Ein Hauch von Heimweh


Wir nehmen den Bus der Rosa Linie und weil der bis Klareberg durchfährt, bekomme ich kurz Heimweh. Aber nur ein bisschen. Ich muss nicht weinen oder so. Die Rosa Linie spuckt uns dann in der Nähe des Gustav Adolf Torg wieder aus und wir beginnen damit, die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führt uns in die Saluhallen. Das ist ein Bau aus gelbem Backstein. So eine Art Fresshalle. Aber in edel. Es gibt Wurst, Käse, Schinken, Fisch, Meeresfrüchte, Brot und allerlei kleine Restaurants. Wirklich sehr nett und man kann allerhand Spezialitäten kaufen. Um unsere Reisekasse zu schonen, verschieben wir den Ankauf schwedischer Spezialitäten allerdings auf die Rückreise.

Nur noch vier Minuten, dann kommt der Bus nach Klareberg.
Die Mittagspause verbringen wir bei subway und ich hör euch schon wieder murren. So nach dem Motto jetzt sind sie schon in Schweden und dann essen sie bei subway. Pfff... Aber man kann sich bei subway etwas gönnen, dass es meines Wissens nur in Schweden gibt: Skagenröra. Das sind Krabben und Meeresfrüchte in einer Dillcreme. Der Hammer!

Gentrifizierung bei uns und anderswo


Anschließend machen wir uns auf in Richtung Haga. Das ist ein altes Viertel, das für seine Holzbauten berühmt ist. Emil liegt im Kinderwagen und hält seinen Mittagsschlaf, während Birte und ich über das Kopfsteinpflaster schlendern und uns die vielen kleinen Shops und Cafès anschauen, die es hier zu sehen gibt.

Glaubt man wikipedia, dann hat die Gentrifizierung auch in Haga Einzug gehalten. Was das ist? Gentrifizierung ist, wenn man in einem Viertel, zwar an jeder Ecke Chocolate Chip Cookies und Perppermint Latte mit Lakritzstreuseln kaufen kann, aber weder Bier noch Leberwurst. Also grob gesagt. Böse Zungen behaupten sogar, jeder der das Wort Gentrifizierung kenne, sei Teil derselben. Hm... weiß ich jetzt nich'. Wenn es in Lütgendortmund mal zur Gentrifizierung kommt sage ich Bescheid. Versprochen.

Am Strand in der Nähe des Campingplatzes.
Wir beschließen unseren Ausflug dann im Shopping Center Nordstan, einem der größten Einkaufszentren in Skandinavien. Das ist, naja... wie soll ich sagen... ein Einkaufszentrum halt. Kennste eins, kennste alle. Wir gehen in einen dieser modernen Kaffeeläden, wo man alkoholfreie Sojamoccacinos mit Dip kaufen kann. Überraschenderweise gibt es sogar bequeme Sitzmöglichkeiten. Zumindest ein paar.

Dann geht es mit der Rosa Linie auch schon wieder zurück zum Campingplatz. Eigentlich möchte ich angeln, aber es ist zu windig. Also lesen. Wir sitzen in unserem fahrbaren Zuhause auf Zeit und blicken abwechselnd in die Bücher und auf die Ostsee. Ab und zu prasseln dicke Regentropfen auf die Scheibe, aber nur wenige Minuten später kommt schon wieder die Sonne hervor und taucht die Landschaft in ein Licht das von Violett und Orange dominiert wird. Dann wird es dunkel. Es war ein schöner Tag in Göteborg.

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Von Greena nach Varberg

Bericht über unsere Überfahrt vom dänischen Greena nach Varberg in Schweden.
 Über Bremen ins südliche Dänemark (2)

Wie uns in Bremen eine simple Styroporplatte den Urlaub gerettet hat.

Über Bremen ins südliche Dänemark (1)

Ein Känguru an der A31, Wikipedia vor Ort und andere Kuriositäten, die den Tourauftakt bestimmt haben.

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