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Auf der Suche nach dem Wal

Ein Whale Watching Tour von Puerto Lopez aus kostet 35 $. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, denn in anderen Gegenden der Welt bezahlt man dafür das Dreifache. Mindestens. Klar das wir uns das nicht entgehen lassen und so geht's ziemlich direkt nach dem Frühstück rüber nach Puerto Lopez. Dort angekommen heißt es dann allerdings erst einmal warten. Der Rest der Gruppe die mit auf's Boot soll ist noch nicht da. Ebensowenig der Guide. Ich habe es schonmal gesagt und ich sage es wieder: Eine organisierte Tour in Ecuador ist vor allem organisiertes Chaos.

Haie in Puerto Lopez.

Anstatt jedoch blöde an auf dem Pier herumzustehen, inspizieren wir mal den Fischmarkt von Puerto Lopez, wo die kleinen Boote - also wirklich klein - gerade allerhand Fisch anlanden. Einige der Arten erkenne ich sogar (Thun- und Schwertfisch), aber auch einige Haiarten enden blutig am Strand. Dabei frage ich mich vor allem, ob es sich bei den Tieren um unerwünschten Beifang handelt, oder ob sie tatsächlich gegessen werden. Soweit ich weiß, kann man bei einem Hai nur die Flossen verwerten und im wahrsten Sinne des Wortes in die Suppe werfen. Später erfahre ich, dass die Haie offenbar kein Beifang sind, sondern gezielt wegen ihrer Flossen gefangen werden. Dies, so erfahre ich weiter, sei nicht schön, da die Fischer das eigentlich unterlassen sollen. Ob es auch offiziell verboten ist, erfahre ich nicht.

Kurz nachdem wir uns auf dem Boot für das Whale Watching eingerichtet haben, beginnnen alle, also wirklich alle, die Schuhe auszuziehen. Gut, unser Guide hat eine Art Ansprasche gehalten, aber die haben wir ja nicht verstanden, weil der Kerl kein Englisch spricht. Ich vermisse Milton (Unser Guide von den Galapagos)!  
Vorsichtshalber ziehen auch wir unsere Schuhe aus. Schädlich ist das sicherlich nicht.

Nicht die Pequod, sondern die Argenta 1.

Dann geht es erstmal eine Weilchen geradeaus und raus aufs Meer. Allerdings nicht so weit, wie wir das von den Galapagos kennen. Die Küste bleibt immer in Sichtweite. Auch der Wellengang ist eine Nummer sanfter. Angenehm.

Nach etwa 20 Minuten wird dann offensichtlich doch der erste Wal gesichtet, denn unser Guide gibt Anweisungen, der Form Frauen und Kinder (zuerst?). Vielleicht sinken wir aber auch. Auf den Tafeln zu solchen Themen steht unter Punkt eins aber stets: Ruhe Bewahren! Also machen wir erstmal gar nichts. Scheinbar sinken wir aber doch nicht, denn irgendwann erklärt uns der Guide wir sollten nach vorn zum Bug klettern. Dabei wird uns dann auch schlagartig klar, warum wir die Schuhe ausziehen musten. Die Stelle, an der wir nach vorn klettern ist vielleicht 15 cm breit und lediglich mit einem Haltegriff auf Brusthöhe versehen. Barfuss hat man hier schon deutlich mehr Halt als mit Schuhen, das steht mal fest.

Vorne am Bug sitzen wir dann wohl etwa eine Stunde. Zumindest gemessen am Sonnenbrand, den ich mir auf meinen Oberschenkeln einfange. Das ist im Übrigen der einzige den ich mir im gesamten Urlaub abhole. Jeder Dermatologe wäre stolz mich. Und diese Stunde ist wirklich echte Beobachtungszeit. Es ist tatsächlich Whale Watching! Zuerst bestaunen wir die Wale (es sind zwei) aus größerer Entfernung, dann, als die Tiere es zulassen ohne zu flüchten, schippert unser Boot immer näher an sie heran. Immer und immer wieder, wohl ein Dutzend Mal, sehen wir ihre mächtigen Rücken aus dem Wasser aufsteigen.

Immer und immer wieder beeindruckend, wenn ein Wal neben einem auftaucht.

Als wir nah genug dran sind können wir auch die Geräusche der Wale vernehmen. Es ist eine Art Mischung aus Schnaufen, Brummen und Grunzen die uns jedesmal entgegenschlägt, wenn die Tiere zum Atmen an die Oberfläche kommen. Vor allem aber haben diese Laute nichts aber auch gar nichts mit dem Walgesang gemein, den man hierzulande käuflich erwerben kann. Begleitet werden die Wale von einer Gruppe Delphine, die immer mal wieder knapp unter der Oberfläche am Boot vorbeischießen. Eigentlich könnten die ruhig mal springen, aber man kann auch nicht alles haben. Trotzdem: Wale beobachten ist toll!

Wir waren wirklich ganz, ganz nah dran.

Nach dem Whale Watching geht es noch zum Schnorcheln, was ein kompletter Reinfall ist, denn es gibt nicht genügend Masken und Schnorchel für alle auf dem Boot. Sich einen schon mal benutzten Schnorchel in den Mund zu stecken ist ansatzweise ekelhaft! Zu sehen gibt es außer ein paar bunten Fischen nicht viel, aber Schnorcheln war ja auch nicht der Grund für diese Tour. Nachdem wir uns dezent, wirklich dezent, über diesen Umstand beschweren übernimmt der Typ, der uns morgens nach Puerto Lopez gefahren hat, spontan die Rechnung für unser Mittagessen. Sehr nett. Die Agentur mit der wir unterwegs waren heisst überigens Hipocampo Diving und hat einen modernen Laden in Montanita. Eine Internetseite gibts wohl nicht, aber sie sind bei facebook.

Im dritten Drittel des Tages rette ich dann noch eine Kugelfisch. Wie das ablief und welche Ängste ich dabei auszustehen hatte, beschreibe ich im nächsten Post. Der hier ist eh schon zu lang.

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