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Nach oben, nach Cuenca

Die Kathedrale von Cuenca. Noch nicht 100% fertig, aber nett anzuschauen.
Wenn man hinter Guayaquil scharf links abbiegt und dann eine Stunde bergauf und 15 Minuten bergab fährt, gelangt man nach Cuenca. Da diese Strecke früh am Mogen am Schönsten ist, sind wir sogar um 4 Uhr aufgestanden. Mit einem Kleinbus geht es dann raus aus Guayaquil und vorbei an scheinbar unendlichen Bananenplantagen. Und dann eben scharf links und bergauf. Klimazonen im Schnelldurchlauf. Erst Dschungel. Sehr pittoresk, wie sich die Wolken in dem satten Grün der Bäume verfangen. Und weiter geht's. Höher immer höher. Bis es irgendwann aussieht wie im Harz. Aber hier ist immer noch nicht Schluss. Es geht noch höher. So jetzt sieht die Landschaft endgültig aus wie in Skandinavien. Außerdem fängt der Luftdruck an Effekte zu machen. Eine Pillendose poppt auf. Flüssigkeiten werden aus ihren Behältern gedrückt und sauen meinen Rucksack ein. Na großartig! Aber hier ist immer noch nicht Schluss. Erst als die Baumgrenze, oder das was ich dafür halte, längst passiert ist, haben wir die Passhöhe erreicht und es geht wieder abwärts.


Museum für moderne Kunst in Cuenca. Sehr stilvoll angelegt in einer ehemaligen Irrenanstalt.
Abwärts nach Cuenca. Die Stadt liegt nur noch 2500 m über dem Meer, was aber ausreicht, damit der Luftdruck einem weitere Streiche spielt. Als ich mein Deo öffne kommt mir die Kugel, wie der Korken einer Sektflasche entgegen und hüpft anschließend über den Fußboden. Verdammte Höhenluft!
Ansonsten ist Cuenca aber sehr schön. Es liegt in einem Hochtal inmitten einer Landschaft die mir ein bisschen skandinavisch vorkommt. Außer den Palmen und Agaven natürlich. Die Temperaturen sind frühlingshaft und sehr angenehm. Nachts wird es allerdings ziemlich kalt. 

Ein großartiges Museum und kleine Menschen


Eines der Highlights von Cuenca, zumindest für uns, ist das Museum für moderne Kunst. Angelegt in einer ehemaligen Irrenanstalt, verbreitet es ein großartiges Flair. Es gibt Bilder, Skulpturen, Arrangements. Mal im weitläufigen Außenbereich, mal innen. Alles sehr schön, sehr modern und teilweise verrückt. Definitiv einen Besuch wert. Eintritt erfolgt im Übrigen gegen eine Spende.
Das Zentrum der Stadt besticht durch viele, viele - also wirklich viele - Kirchen und die alten sehr gut erhaltenen Gebäude aus der Kolonialzeit. Außerdem gibt es einen Blumenmarkt und viele kleine Cafès, Läden und Restaurants.Überall sieht man Quechua. Und die sind so unfassbar klein. Besonders die Frauen. Einige der älteren Damen, die in ihren bunten Röcken durch die Straßen von Cuenca stiefeln reichen mir gerade bis zur Hüfte. Und ich bin jetzt auch nicht unbedingt eine Riese.


Ohne eine gewisse Coolness ist eine Stadtrundfahrt nicht zu überleben.
Als wir nach einem ersten Rundgang durch die Stadt eine Pause einlegen, werden wir von einer älteren Frau angequatscht, die, wie sich rausstellt 5 Jahre in Münster gelebt hat. Sowas aber auch! Sie erzählt uns sie würde halb Cuenca kennen. Kein Wunder wenn man wahllos Leute in Cafès zutextet. Außerdem empfiehlt sie uns die Stadtrundfahrt und sagt, das wären die besten fünf Dollar die man ausgeben könne. Naja, das Fußballspiel hat exakt genausoviel gekostet. Dürfte also schwierig werden. 


Cuenca von oben.

Auf Stadtrundfahrt


 Trotzdem begeben wir uns in einem offenen Doppeldecker auf Stadtrundfahrt. Schadet ja nichts. Die ist so wie Stadtrundfahrten eben sind. Häuser, Bäume, Menschen. Jetzt eben vom Bus aus. Definitiv nicht die besten fünf Dollar, die ich je ausgegeben habe.
Ein Highlight gibt's dann aber doch: Stromkabel! 
Stromkabel?
Ja, Stromkabel. 
Bei den waghalsigen Konstruktionen wundere ich mich ohnehin schon, dass es überhaupt funktioniert. In Guayaquil zum Beispiel habe ich einen Elektriker beobachtet, der seine Leiter direkt ans Kabel gelehnt hat. Meine Güte, sowas schreit doch nach Krankenhaus! 
Außerdem hängen die Kabel alle quer über die Straße. Und das so tief, dass man im Obergeschoss des Busses, regelmäßig abtauchen muss, um nicht von einem Kabel erwischt zu werden. Größer als 1,90 m sollte man für diese Aktivität wirklich nicht sein.

Deckung! Bei den waghalsigen Konstruktionen wundert es mich regelmäßig, dass es überhaupt Strom gibt.
Am Abend sind wir dann vom frühen Aufstehen, dem vielen Rumlaufen und den vielen Eindrücken so müde, dass wir uns das Essengehen sparen. Ein paar Brote geschmiert. Geduscht und noch eben schnell  Eraeivintrag füllewür ... Blog .... GÄHN ...

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