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Sechs Dinge, die du beachten solltest, wenn Du ein Wohnmobil mietest



Reisen mit dem Wohnmobil liegen voll im Trend. Einfach losfahren und sich die Straße entlang treiben lassen, dabei neue und aufregende Orte entdecken, ganz tief eintauchen in andere Kulturen und abends einfach irgendwo anhalten und übernachten. Klingt doch toll, oder?

Also warum ein Wohnmobil mieten und nicht kaufen? Ganz einfach, wenn man ein WoMo mietet anstatt es zu kaufen, hat man die Möglichkeit diese Art des Reisens unverbindlich auszuprobieren, denn ein Wohnmobil ist nicht gerade billig. Und damit sind nicht nur die Anschaffungskosten gemeint. Genau wie beim PKW musst du natürlich auch für das Wohnmobil Steuern und Versicherung bezahlen. Und wenn du gerade mal nicht auf großer Fahrt unterwegs bist, dann muss es ja auch irgendwo stehen.

Aber auch, wenn du dir sicher bist, dass diese Art des Reisens genau dein Ding ist, kann es sinnvoll sein, ein Wohnmobil zu mieten. Auf diese Weise hast du zum Beispiel die Möglichkeit bestimmte Größen und Grundrisse für eine gewisse Zeit auszuprobieren. Auf diese Weise kannst du herausfinden, was bei deinem zukünftigen Traummobil unbedingt dabei sein muss und worauf du locker verzichten kannst.

1.     Die richtige Größe


Eines ist klar: je größer das Wohnmobil ist, desto mehr Platz hat man auch. Und wenn du eine längere Zeit mit mehreren Menschen unter beengten Verhältnissen verbringen musst, kann ein halber Meter schon verdammt viel ausmachen. Selbst wenn du die Menschen magst, mit denen du unterwegs bist.

So großartig eine Menge Platz im Wohnmobil auch ist, so schnell wirst du auch die Nachteile bemerken. Besonders dann, wenn du noch nie mit einem WoMo unterwegs warst und im Alltag ausschließlich PKW fährst. Je länger das Wohnmobil, desto länger dauert das Rangieren auf einem Stellplatz. Je länger das Wohnmobil, desto heikler wird das Ganze, wenn du aus Versehen in eine enge Altstadt geraten bist.

Der letzte Abschnitt hat dich nicht abgeschreckt? Gut, denn das Fahren und Rangieren mit einem Wohnmobil wird schnell zur Routine. Genau wie alle anderen Handgriffe rund ums WoMo auch. Und dann macht eine Wohnmobiltour vor allem eines: Spaß!

Auch viel Stauraum ist klasse, zum Beispiel in Form einer riesigen Heckgarage. Insbesondere dann, wenn du mit Kindern unterwegs bist und du vom Buggy bis zum Laufrad alles mitnehmen kannst. Aber Vorsicht, sonst bringt das WoMo am Ende mehr Gewicht als erlaubt auf die Waage.

Falls du mit Kindern reist, die noch einen Kindersitz benötigen, solltest du auch darauf achten, dass der Sitz auch wirklich auch auf die Rückbank passt und dort gut und vor allem sicher eingebaut werden kann. Da die meisten Wohnmobile nicht über eine Befestigungsmöglichkeit via Isofix verfügen, muss der Sitz mit dem Dreipunktgut befestigt werden.

Unser Tipp: Nimm die Kindersitze am besten mit, wenn du dir das Wohnmobil anschaust. Es ist unglaublich schade, wenn am Ende irgendwo 2 Millimeter fehlen.

2.     Der richtige Grundriss


Alkoven oder nicht? Doppel- oder Etagenbetten? Und wo sind die Betten eigentlich genau untergebracht? Auch wenn du es auf den ersten Blick vielleicht nicht glaubst, es gibt viele Möglichkeiten Betten, Küche und Toilette in einem Wohnmobil anzuordnen.

Wir haben uns auf unseren beiden Touren jeweils für die Variante mit Doppelbett im Heck und Alkoven entschieden und das auch nie bereut. So ein Alkoven ist bequem und bietet eine Menge Platz. Der Nachteil ist, die zusätzliche Höhe. Wenn du beim Fahren nicht aufpasst, kann es schnell passieren, dass du vor einer Brücke stehst, die schlicht und ergreifend nicht hoch genug ist.

Auch wenn du mit größeren Kindern oder anderen Erwachsenen unterwegs bist, kann ein Alkoven eher suboptimal sein. In diesem Fall können Etagenbette dafür sorgen, dass jeder sein eigenes Reich hat.

Einen wirklich sehr guten Überblick über die verschiedenen Typen von Wohnmobilen findest du in diesem Beitrag.

Unser Tipp: Achte neben dem Komfort auch auf Praktikabilität. Jeden Abend Tisch und Sitzbank zu einem Bett umbauen zu müssen, geht dir möglicherweise ziemlich schnell auf die Nerven.

3.     Die beste Reisezeit


Die optimale Reisezeit hängt natürlich von deinem Reiseziel und deinen persönlichen Vorlieben ab. Wenn du zum Beispiel als Lehrer arbeitest oder schulpflichtige Kinder hast, gibt es vielleicht gar keine andere Möglichkeit, als in den Schulferien auf Tour zu gehen.

Schulferien sind das nächste Stichwort, denn wie überall in der Reisebranche gibt es auch bei den WoMo-Vermietern Haupt-, Neben- und Nach- bzw. Vorsaison, deren Zeiten sich natürlich an den Schulferien orientieren. Und in der Hauptsaison kann das Anmieten eines Wohnmobils schon ziemlich teuer werden. Das gleiche gilt für die langen Wochenenden und Brückentage im Frühjahr. Dazu kommt, dass diese Termine oft schon eine Weile im Voraus ausgebucht sind.

Unser Tipp: Wenn du die Möglichkeit hast auf die Nebensaison auszuweichen, können wir das nur empfehlen. Gerade wenn du länger als ein oder zwei Wochen unterwegs sein möchtest, kannst du hier einiges sparen und dir dafür unterwegs andere Dinge gönnen. Und Nebensaison bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass du frieren musst. Bei unserer ersten Tour durch Skandinavien zum Beispiel, fiel noch fast der gesamte Juni in die Nebensaison. Und der Juni gilt ja gemeinhin als eine äußerst schöne Jahreszeit für Reisen nach Skandinavien ;-).

4.     Der richtige Anbieter


Mittlerweile findest du in jeder größeren Stadt und natürlich auch im Internet die Möglichkeit ein Wohnmobil zu leihen. Aber sind diese Anbieter auch die richtigen für dich?

Der richtige Anbieter ist der, bei dem du dich gut aufgehoben fühlst und bei dem du mit einem guten und sicheren Gefühl in den Urlaub fährst. Einfach mal einen Termin vereinbaren und vorbeischauen. Oft gibt es die Möglichkeit sich die Fahrzeugflotte unverbindlich anzuschauen. Auf diese Weise bekommst du einerseits einen Eindruck, mit wem du es auf Seiten des Vermieters zu tun hast und andererseits auch vom tatsächlichen Platzangebot im Wohnmobil. Über Rabatte und eventuelle Extras kannst du persönlich natürlich auch viel besser verhandeln, als am Telefon.

Mit dem Vermieter hast du natürlich auch bei der Übernahme und bei der Rückgabe des Wohnmobils zu tun. Was du dabei beachten solltest, hat Tanja von taklyontour.de in diesem Beitrag zusammengefasst. Außerdem findest du dort ein praktische Checkliste als Download.

Unser Tipp: Transparenz auf Seiten des Vermieters spielt für uns immer eine große Rolle. Dazu gehört, dass die Preiskategorien und eventuell anfallende Zusatzkosten nachvollziehbar und verständlich dargestellt sind. Wenn wir das Gefühl haben uns in einem Dschungel aus unterschiedlichen Preisen und Optionen zu verheddern, lassen wir die Finger davon. Versteckte Kosten sind an dieser Stelle für uns ein Ausschlusskriterium.

5.     Versicherungen


Das Wohnmobil ist als Verleihfahrzeug natürlich versichert. Allerdings haben die Fahrzeuge oft eine ziemlich hohe Selbstbeteiligung von 1000 bis 1500 Euro. In den meisten Fällen ist das dann auch die Summe, die du als Kaution hinterlegen musst.

Gottseidank ist es aber nicht so, dass du die Kaution in bar hinterlegen musst. Stattdessen kannst du die Kaution bequem per Kreditkarte hinterlegen. Die Karte wird aber üblicherweise nicht sofort, sondern nur im Schadensfall belastet, sodass du nicht noch ein Extra-Budget für die Kaution ansparen musst.

Du hast auch die Möglichkeit, dich gegen die im Schadensfall anfallende Selbstbeteiligung zu versichern. Bei unserem letzten Anbieter sollte eine solche Versicherung etwa 6 Euro am Tag kosten. Das geht bei einer vierwöchigen Tour natürlich ganz schön ins Geld. Fairerweise muss hier aber dazu gesagt werden, dass der Vermieter eine solche Versicherung üblicherweise nur vermittelt.

Unser Tipp: Stell deinen Vermieter an dieser Stelle alle Fragen, die dir auf der Seele brennen. Einen guten Vermieter erkennst du daran, dass er dir das alles ausführlich und geduldig erklärt. Stell lieber eine Frage zu viel, als am Ende auf irgendwelchen Kosten sitzenzubleiben.

 6.     Wer darf das Wohnmobil fahren?


Die meisten der zum Mieten angebotenen WoMos haben ein zulässiges Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Du darfst sie also auch dann fahren, wenn du einen gewöhnlichen PKW-Führerschein besitzt.

Diese 3,5 Tonnen darfst du in der Praxis allerdings auf keinen Fall überschreiten. In einigen Ländern werden zum Teil empfindliche Strafen dafür verhängt, wenn man mit einem überladenen Wohnmobil unterwegs ist. 

Achte hier unbedingt auf die maximale Zuladung. Ganz grob gesprochen, ergibt diese sich als die Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht eines Fahrzeugs und dem Gewicht des Fahrzeugs im fahrbereiten Zustand. Dieser fahrbereite Zustand beinhaltet einen komplett gefüllten Frischwassertank und einen zu 90% gefüllten Tank. Nicht enthalten ist das Gewicht der Insassen. Lediglich der Fahrer wird hier mit 75 kg veranschlagt.

Wie du siehst ist das Thema maximale Zuladung recht komplex. Und da wir keine Experten für Verkehrsrecht sind, legen wir dir nahe, dich vor der Abreise noch einmal ein bisschen schlau zu machen. Sicher ist sicher. Aus diesem Grund haben wir am Ende dieses Artikels eine Liste mit diversen Links zu diesem Thema zusammengestellt.

Unser Tipp: Wenn du dir unsicher bist, hilft es alles auszuwiegen, bevor du es im WoMo verstaust. Das mag zwar umständlich klingen, aber es geht recht schnell, wenn du deine Zuladung vorher z.B. in Kisten verstaust und dann die Kiste wiegst ;-). Wenn du Gewicht sparen musst, kann es hilfreich sein, den Frischwassertank nur zur Hälfte zu füllen. Und wenn du nicht gerade in extrem teure Länder wie Norwegen aufbrichst, kann es auch sinnvoll sein, etwas weniger Vorräte mitzunehmen und Essen und Trinken frisch vor Ort zu kaufen.

Links

  • In diesem Artikel findest du eine gute Einführung in das Thema
  • Auf sparrows-world findest du Details zur maximalen Zuladung und eine beispielhafte Liste mit dem Gewicht verschiedener Ausrüstungsgegenstände.
  • Gute Tipps zum Beladen eines WoMos findest du hier. Dort wird unter anderem auch erklärt, wie und wo man einzelne Gegenstände am sichersten verstaut.
  • In diesem Artikel wird das ganze noch einmal von der rechtlichen Seite beleuchtet.
  • Dieser Foreneintrag richtet sich zwar eigentlich an alle, die sich ein Wohnmobil kaufen möchten, wir haben ihn aber trotzdem als hilfreich empfunden.


Hast du auch schon einmal ein Wohnmobil gemietet? Worauf hast du im Vorfeld besonderen Wert gelegt und wie sieht dein abschließendes Fazit zu deiner Reise aus? Hinterlass uns doch einfach einen Kommentar. 

Für noch mehr Infos und Anregungen zur Diskussion, besuche uns auf facebook :-).

Du interessierst dich für weitere Posts zum Thema Reisen im Wohnmobil? Wirf einen Blick auf unseren Artikel zu Wohnmobilstellplätzen in Nordfrankreich oder beteilige dich an unserer aktuellen Blogparade.



Kommentare

  1. Achte neben der Größe auch auf das höchstzulässige Gesamtgewicht, wenn du Fähren benutzen möchtest (z.B. nach Korsika). Ein etwas zu schweres WoMo kann dort schnell teuer und mühselig werden, besonders wenn in der Hauptsaison die wenigen Plätze für große KFZ schnell ausgebucht sind.
    In Italien kosten WoMos mit 2 Hinterachsen mehr Autobahnmaut als "normale".
    Und hüte dich mit großem 3Achser vor Bergstraßen, insbesondere auf Korsika. Altstädte können richtig geräumig wirken dagegen. Die abgeräumten Wäscheleinen auf Sizilien waren dagegen nur witzige Kleinigkeiten ;-)

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    1. Hallo Marion,

      vielen Dank für den Tipp mit den Fähren. Bislang war ich mit dem WoMo noch nicht in Südeuropa unterwegs. In Skandinavien war auf den Fähren lediglich die Länge des WoMos ausschlaggebend und in Frankreich sind wir ganz ohne Fähre ausgekommen ;-). Enge Bergstraßen hatten wir ein paarmal in Norwegen, aber das war das Wohnmobil mit knapp 6 Metern Länge und zwei Achsen verhältnismäßig wendig.

      Viele Grüße, Tim

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