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Scheiß die Wand an, is' dat groß!



Es ist ein typischer Dezembertag im Ruhrgebiet. 12 Grad. Grau. Regen. Kein Tag eigentlich für einen Besuch auf einem Weihnachtsmarkt. Egal auf welchem. Ich stehe trotzdem auf einem und glotze befremdlich auf ein Schild. Alle Jahre wieder behauptet dieses Schild ganz dreist der Weihnachtsbaum zu dessen Füßen man es angebracht hat, sei der größte der Welt. Und ich denke mir: „Es muss doch irgendwo einen [unweihnachtliches Schimpfwort] Weihnachtsbaum geben, der größer ist als der hier!“ Mal im Ernst: In New York oder in London stehen doch bestimmt auch sehr, sehr große Weihnachtsbäume.

Eine Recherche im Internet ergibt: Nö! Zumindest die Weihnachtsbäume auf dem Trafalgar Square  (25 m) und vor dem Rockefeller Center (knapp 23 m) sind schon mal nicht größer, als der Baum in meiner Wahlheimat. Gibt’s doch gar nicht!

Nach ein bisschen Suchen stoße ich auf eine Karte mit den 10 größten Weihnachtsbäumen der Welt. Und was stelle ich da fest? Es gibt doch einen Weihnachtsbaum der noch größer ist. Beziehungsweise es gab. Vor einem Jahr schwamm ein fast 85 m großes Ungetüm in einer Lagune vor Rio de Janeiro. Irgendwie eine tolle Idee, finde ich. Vor allem weil es großartige Bilder vom Feuerwerk zum Jahreswechsel gibt. Allerdings scheint in diesem Jahr kein riesiger Weihnachtsbaum unterm Zuckerhut zu treiben. Schade, aber immerhin hat man in Rio immer noch Jesus, der vom Corcovado auf einen herabschaut.

Was nun? Nimmt der Dortmunder Weihnachtsmarkt den Titel zumindest für dieses Jahr mit nach Hause?


Anscheinend. Obwohl, ein kleines Manko gibt es dann doch noch. Der Dortmunder Weihnachtsbaum ist nicht aus einem Stück, sondern zusammengesetzt. Aus 1700 Sauerländer Fichten nämlich. Jetzt mag man einwenden, dass man in dem Fall ja auch 1700 Thüringer Rostbratwürste zusammenbinden könnte, um auf diese Weise die größte Bratwurst der Welt zu erhalten. Stimmt. Im Grunde genommen könnte man alles mögliche zusammenbinden. Hund zum Beispiel. Oder Klöße...

Naja, auf der anderen Seite: Weihnachten naht und dann kann man auch mal fünfe gerade sein lassen. Oder sieben. Oder drei. Also jede ungerade Zahl eigentlich. Vielleicht ist man auch schon ein bisschen angesäuselt vom Glühwein und muss aufstoßen von der Bratwurst. Oder der Käsekrakauer. Oder den vielen Lebkuchen. Zeit also für Besinnlichkeit. Zeit einzutauchen in die vorweihnachtliche Stille und um den Geist der Weihnacht zu atmen. Er riecht nach Zimt. Und nach verbrannten Mandeln. Und Schnaps. Und nach Pipi auch. Aber nur ein bisschen.

Der größte Weihnachtsbaum der Welt – aus einem Stück! – steht in diesem Jahr übrigens in Los Angeles und ist stolze 35 m hoch. Respekt! Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss nach draußen Igel suchen – ganz viele – um ... ähm... ist ja auch egal. Tschüß.

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