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10 Bücher ohne die ich nicht auf eine einsame Insel fahre


Letztens konnte ich nicht schlafen. Stress? Psychische Probleme? Senile Bettflucht? Die Ursachen können da vielfältig sein. Dabei herausgekommen ist jedenfalls eine Liste von zehn Büchern, ohne die ich mich nicht auf eine einsame Insel begebe. Da kann das Wasser noch so blau und der Sand noch so weiß sein.


1.         Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär (Walter Moers)

Am liebsten hätte ich alle Bücher von Walter Moers hier aufgelistet, aber dann wäre die Liste ja schon voll. Ich musste mich also entscheiden. Rumo oder doch der Blaubär? Es war keine leichte Entscheidung! Am Ende der Nacht war es dann aber doch der Blaubär, weil es das erste Buch über Zamonien ist. Weil es die Regeln festlegt, nach denen auf diesem zauberhaften Kontinent gespielt wird. Und weil es mich jedesmal aufs Neue überrascht und mich nach Zamonien entführt.

1990 CPA 6257
Boris Pasternak auf einer sowjetischen Briefmarke.

2.         Doktor Schiwago (Boris Pasternak)

Eines meiner Lieblingsbücher und überhaupt keine Schnulze. Vielmehr ist es ein fantastisch geschriebener Roman über die Zeit des ersten Weltkriegs in Russland und der daran anschließenden Revolution. Weiß man vielmehr über die Oktoberrevolution, als dass sie 1917 stattfand und dass Lenin eine tragende Rolle spielte? Doktor Schiwago erzählt von den Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Brennholz und Lebensmitteln. Von kalten Wintern und von Straßenkämpfen. Und mitten hinein in dieses Chaos aus Krieg, Revolution, Kälte, Misstrauen und Not webt Pasternak die Liebesgeschichte zwischen Jurij Andreitsch Schiwago und Larissa Antipova, die sich treffen, sich verlieren, sich wiederfinden und sich in einander verlieben. Nein, es gibt kein Happy End. Und geheiratet wird auch nicht. Eine der ganz großen Liebesgeschichten der Weltliteratur. Eben genau deshalb.

3.         Buddenbrooks (Thomas Mann)

Kann man ohne ein Buch von Thomas Mann auf eine einsame Insel fahren? Man kann schon, aber man sollte nicht. Manns Sätze sind gestochen scharfe Gedanken, reichhaltig wie ein Glas Whiskey. Manchmal entfalten Sie ihr Bouquet nur langsam, aber ihre Aromen sind so vielfältig – bis in den Abgang hinein -, dass es sich lohnt von ihnen zu kosten. Immer wieder. Die aufwändig erzählte Geschichte vom Niedergang einer angesehenen Lübecker Kaufmannsfamilie. Und dieser Titel! Die Zusammensetzung der plattdeutschen Wörter Budden (Knochen) und Brook (Sumpf) ist eine der genialsten Wortschöpfungen überhaupt.


4.         Die Vermessung der Welt (Daniel Kehlmann)

Ich habe es gelesen. Und wieder gelesen. Und dann noch einmal. Und noch einmal. Von Gauß, Humboldt und Bonpland kann man einfach nicht genug bekommen. Kehlmann erzählt vom Leben zweier großer Wissenschaftler. Von ihren Entdeckungen, ihren Triumphen, ihrem Scheitern und ihren Schrullen. Es ist auch das einzigen Buch in dem ich ein ausgesprochenes Lieblingskapitel habe: Humboldts Besteigung des Chimborazo in Ecuador. Ohne Hund übrigens.

5.         Lustiges Taschenbuch No. 122

Das Lustige Taschenbuch No. 122 enthält die Geschichte des Fürsten Donlev Duckojew, die stark an Tolstois Krieg und Frieden angelehnt ist und mit dem aus Entenhausen bekannten Personal erzählt wird. Das Ganze geschieht mit einer derartigen Hingebung und einer so detailverliebten Komik, dass diese Buch mein All-Time-Favourite in der Rubrik Comics darstellt. Die Glanzleistung dabei besteht unter anderem darin, dass sich fast alle guten Witze irgendwo abseits des Haupthandlungsstranges abspielen. Und ganz nebenbei erfährt man noch etwas über Napoleons Russland Feldzug und die Schlacht an der Beresina. Lesen bildet. Sogar wenn es „nur“ Comics sind.    


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Leo Tolstoi 1897.

6.         Krieg und Frieden (Leo Tolstoi)

Ich gebe es zu: Die ersten 200 – 300 Seiten von Krieg und Frieden sind kein Spaß! Eine schier unfassbare Menge an Namen, Szenen und Eindrücken strömt auf den Leser ein. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Handlung zunächst auf Festen und in Salons stattfindet, auf denen, wie damals üblich, Französisch gesprochen wird. Das ist anstrengend. Aber wenn man es einmal geschafft eröffnet sich dem Leser eine ganz eigene fremde Welt. Tolstoi entführt einen ins Russland der Napoleonischen Kriege. Es gibt Schlachten, Feste, Liebe, Krieg, Frieden und noch allerhand mehr. Also eigentlich alles, was einen epochalen Roman ausmacht.

7.         Spoon River Anthology (Edgar Lee Masters)

Der einzige Gedichtband in dieser Auflistung. Nicht der einzige den ich besitze, aber der beste. Die Lebensgeschichten der toten Einwohner von Spoon River, erzählt als Grabinschriften. Fantastisch!

8.         Ottokar Domma (Otto Häuser)

Ottokar Domma. Kennt man den im Westen eigentlich? Der naseweise Junge Ottokar ist der Lausebengel der DDR Literatur. Zusammen mit seinem Freund Harald, dem Schweinesiggi und dem langen Schücht macht er Eltern, Lehrern – besonders dem knurrigen Herrn Burschelmann - und dem Pilei Alfons das Leben schwer. Ottokar Domma vertritt damit auf dieser Liste gleichzeitig die Kinder- und die DDR-Literatur.

Carl Van Vechten - William Faulkner
William Faulkner1954 (Foto: Carl Van Vechten).

9.         Als ich im Sterben lag (William Faulkner)

Muss man zu Faulkner eigentlich noch viel schreiben? Sprechen seine Bücher nicht für ihn? Mit der Stimme der amerikanischen Südstaaten? Als ich im Sterben lag erzählt von der letzten Reise einer Toten. Gefangen in einem Sarg. Vor sich hin rottend in der Sonne. Stinkend. Gepaart mit einem permanenten Wechsel der erzählenden Person, entführt einen das Buch in eine ganz eigene, eine fremde, eine zutiefst verstörende Welt. Ein Meisterwerk der amerikanischen Literatur.

10.   Robinson Crusoe

Ich muss gestehen, dass ich es nie gelesen habe. Aber wenn nicht auf einer einsamen Insel, wann denn dann?
  
Und bei euch? Habt ihr auch Bücher, ohne die ihr nicht auf eine einsame Insel fahren würdet? Ich freue mich auf eure Kommentare.


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