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Die Papiertaschentücher des Bösen

Gefährlich: Papiertaschentücher.

Es geht nach Rom. Von Düsseldorf über München. Eigentlich alles kein Problem. Man steigt in das Flugzeug ein und wenn da ist wieder aus. So einfach ist das. Jedenfalls fast, denn schon in Düsseldorf wird es seltsam.

Bei den Sicherheitskontrollen habe ich nichts Metallisches dabei. Trotzdem: rechten Fuß hoch. Linken Fuß hoch. Und dann das:

„Legense ma' bitte ihre Taschentücher in 'ne Box.“
„Bitte was?“
„Legense ma' bitte ihre Taschentücher in 'ne Box.“

Schon die Nazis haben schlüssig bewiesen, dass es eine gute Idee ist, Versager in eine Uniform zu stecken, und sei es nur die vom Sicherheitsdienst am Flughafen. Und so fährt dann eine Packung Taschentücher einsam und allein durch das Röntgengerät. Absurd. Besonders weil sich niemand für meinen Playmobilterroristen interessiert.

Ungefährlich: Playmobilterrorist.

 In Rom: Raus aus dem Flieger und am Gepäckband angestanden. Und das Gepäck kommt... nicht.  Am zuständigen (oder auch nicht, wer weiß...) allitalia Schalter steht eine Traube aufgebrachter Italiener an. Ich stelle mich mal so in die Reihe und beobachte das. Nach kurzer Zeit die Erkenntnis: so wird das nichts. Ich weiß ja noch nicht einmal, ob dieser Schalter überhaupt für mich zuständig ist...


Ist er nicht. Das erfahre ich am völlig verwaisten allitalia priority Schalter nebenan. Mein Schalter befindet sich am anderen Ende der Halle. Als ich gerade loslaufen will, erbebt die Menge und marschiert unter Führung eines glatzköpfigen Mannes jubelnd durch die Halle.

Revolution?

Nein. Es hat lediglich jemand herausgefunden, an welchem Band das Gepäck ankommt.

An meinem Schalter stehen schon vier andere Personen an. Direkt vor mir steht eine leichtbekleidete junge Frau. Begleitet wird sie von zwei Männern. Die haben jeweils noch weniger an. Verstörend.

Jetzt dauert es ein bisschen. Wir haben also Zeit um Bier aus dem Kühlschrank zu holen. Macht ruhig. Ich warte hier so lange und fotografiere meine Füße...

Hatte ich ja angekündigt: Meine Füße.
Während wir da so stehen scharwenzelt eine alte Frau um uns herum und faselt in einem fort was von einem Krankenhaus. Dann kommt ein Mann, geht ganz nach vorne zum Schalter und fängt mit vollem Körpereinsatz an zu schimpfen. Die Frau am Schalter schaut ihn völlig ungerührt an. Ist wohl nicht das erste Mal.

Dann taucht eine aufgebracht Frau auf und schimpft ebenfalls sehr aufgeregt. Die Frau hinter dem Schalter guckt noch immer völlig teilnahmslos. Sie scheint über geniale Mentalstrategien zu verfügen. Zum Schluss zeigt die aufgebrachte Frau ihr noch den Mittelfinger. Es ist die Zeit der ganz großen Gesten.

Dann ist ein Mann an der Reihe, dem man in Stuttgart gesagt hat, er müsse in Rom aussteigen um sein Gepäck zu holen nur um es dann wieder abzugeben.
„Stuttgart. Stuttgart.“, ruft der Mann verzweifelt. Sein Anschlussflug ist natürlich längst weg.

Als ich endlich an der Reihe bin muss ich Formulare ausfüllen.Ich frage nochmal nach wie das jetzt läuft. Die Frau sagt, man würde mich anrufen. Oder auch nicht, dann solle ich anrufen. Aha.

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