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Es werden Posts vom September, 2015 angezeigt.

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Das erste Mal

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Man stellt sich das ja immer ganz romantisch vor. Am Strand vielleicht. Das Rauschen des Meeres, das einen vollständig umfängt und der Wind der sacht durch die Palmen streicht. Am Himmel funkeln die Sterne und man selbst liegt im weichen Sand, der sich immer noch warm gegen die nackte Haut anfühlt. Vielleicht ist auch der Mond mit von der Partie und lugt verstohlen hinter einer Wolke hervor... Wie dem auch sei, am Ende kommt es ja häufig doch ganz anders. Zum Beispiel, weil noch ein halber Meter Schnee liegt. (Na Bravo!)

Trondheim

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Ein Königreich für eine Decke 
Trondheim. Nach Göteborg die zweite größere Stadt, die wir anlaufen. Mittlerweile wird es nachts nicht mehr komplett dunkel und obwohl es nicht so richtig kalt ist - etwa sieben oder acht Grad - frieren wir uns den Allerwertesten ab. Grund ist ein strammer und kalter Wind, der vom Meer her in die Stadt weht. Auf unserem Weg durch die Stadt schieben wir Emil im Kinderwagen vor uns her. Nach dem dritten oder vierten norwegischen Kind, dass dick eingepackt an uns vorbei gerollt ist, fragen wir uns, ob es eine gute Idee war den Fußsack zuhause zu lassen.

Blaubeerkaffee vom Dromedar
Nachdem wir mit dem Bus in die Stadt gefahren sind, schlendern wir zunächst durch die kleinen, von Holzhäusern gesäumten Gassen an der Nidelva.
An einem kleinen Coffeeshop mit Namen Dromedar Kaffebar erstehen wir erstmal einen Kaffee. Meiner ist stilecht aus der Thermoskanne und wird vom Barrista als eine ganz besondere Röstung mit Blaubeeraromen angepriesen. In den USA hatte ich…

Die Papiertaschentücher des Bösen

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Es geht nach Rom. Von Düsseldorf über München. Eigentlich alles kein Problem. Man steigt in das Flugzeug ein und wenn da ist wieder aus. So einfach ist das. Jedenfalls fast, denn schon in Düsseldorf wird es seltsam.
Bei den Sicherheitskontrollen habe ich nichts Metallisches dabei. Trotzdem: rechten Fuß hoch. Linken Fuß hoch. Und dann das:
„Legense ma' bitte ihre Taschentücher in 'ne Box.“ „Bitte was?“ „Legense ma' bitte ihre Taschentücher in 'ne Box.“
Schon die Nazis haben schlüssig bewiesen, dass es eine gute Idee ist, Versager in eine Uniform zu stecken, und sei es nur die vom Sicherheitsdienst am Flughafen. Und so fährt dann eine Packung Taschentücher einsam und allein durch das Röntgengerät. Absurd. Besonders weil sich niemand für meinen Playmobilterroristen interessiert.

 In Rom: Raus aus dem Flieger und am Gepäckband angestanden. Und das Gepäck kommt... nicht.  Am zuständigen (oder auch nicht, wer weiß...) allitalia Schalter steht eine Traube aufgebrachter Italien…

Auf der Atlantikstraße

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Hinter Lillehammer schieben wir uns die E6 hinauf. Die Landschaft wird immer karger. Kaum ist man mal 10 Minuten bergauf gefahren, schon sagt der Frühling auf Wiedersehen und der Winter streckt einem frech die Zunge heraus. An den Bäumen ist kein einziges Blatt. Nicht der Hauch von Grün. Kahl und grau biegen sich die Birken im Wind.
Als wir Domb&arings erreichen verlassen wir die E6 und fahren durch das Romsdal. Bereits morgens bei der Abfahrt haben wir eine Gruppe Elche gesehen. Allerdings haben wir sie zunächst für Pferde gehalten. Hässliche Pferde. Wirklich sehr, sehr hässliche Pferde.


Von hinten plärrt uns das Känguru sozialistische Parolen entgegen, als wir durch das verregnete Romsdal rollen. Am Fenster zieht die morastige Landschaft vorbei und es passiert... nichts. Nach dem stressigen Beginn unserer Tour ist das irgendwie angenehm. Es herrscht auch kaum Verkehr. Nur ab und zu begleitet uns ein rotes Auto der norwegischen Post. Birte fährt und ich habe de Füße auf das Arm…

They never come back

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Lillehammer. Genauer gesagt: Lillehammer 1994. Februar. Olympische Spiele. Skispringen. Großschanze.
Ein Mann in einem absurden hell-orange-weißen Springeranzug klettert auf den Balken. Er richtet seine Brille. Der Blick ist starr nach vorn gerichtet. Automatismen nehmen ihren Lauf. Er stößt sich ab. Die Ski parallel in der vereisten Spur gleitet er den Anlauf hinab.
Dann der Absprung: kräftig. Dynamisch. Die Ski in einem weiten V steht er in der Luft.
Der Mann der da fliegt, ist nicht irgendwer. Er ist dreifacher Weltmeister und hat bereits dreimal die Vierschanzentournee gewonnen. Man könnte von einem ganz Großen auf der Schanze sprechen, aber er ist mehr als das. Er ist ein nationales Heiligtum meines Heimatlandes. Olympiasieger war er auch schon. Aber das ist lange her. Das war noch im Parallelstil, damals in... äh... ja wo eigentlich?
Ich stocke. Dann gehe ich die Orte der letzten olympischen Winterspiele durch. Rückwärts und chronologisch. Verdammt!
„Sapporo.“, murmele ich le…