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Ein Hauch von Höhenkrankheit

Von links nach rechts: Wolke 5, 6 und 8. Drunter: Quito.
Nach drei Tagen siechem Dahinwegetieren geht es über Guayaquil nach Quito. Um ein wenig Zeit zu sparen entscheiden wir uns für das Flugzeug. Mal zum Vergleich: Mit dem Bus benötigt man für die Strecke acht bin neun Stunden, mit dem Flugzeug schafft man es in einer. 
Beim Aussteigen aus dem Flieger dann erstmal: Huih, das dreht sich aber hier. Klarer Fall von Höhenkrankheit. Davon habe ich zwar gehört, aber man glaubt's ja immer erst wenn man's hat. 
Als wir ein Taxi zu unserem Hotel nehmen wollen staunen wir nicht schlecht über den saftigen Preis von 24 $. Angepisst steigen wir aus und stapfen erstmal zur Information. Ja, an Quitos Flughafen gibt es einen Info-Stand für Touristen. Wahnsinn. Da erklärt man uns dann allerdings, die Taxis hätten für die Fahrten nach Quito feste Preise, da könne man nichts machen. Außerdem dauere die Fahrt 50 bis 60 Minuten. Je nach Verkehr.
Kleines Beispiel für die Pracht in Quitos Kirchen.
 Wie bitte?! Ja erklärt man uns, jetzt mit Hilfe einer Karte, man sei hier und Quito da drüben. Aha, wir befinden uns also auf dem neuen Flughafen von Quito. Laut Reiseführer wird der erst Ende des Jahres fertig. Scheißteil. Man stelle sich vor: In Ecuador, einem Land in dem seit 1923 niemand mehr pünktlich war, wird ein Flughafen vor der Zeit fertig. Ob das in unserer Hauptstadt bekannt ist?
Unser zweiter Taxifahrer heißt Yebes (oder so) und hat große Ähnlichkeit mit einer Schildkröte. Liegt wahrscheinlich daran, dass er auch schon so alt ist. Außerdem trägt er eine klassische Chauffeursmütze und Handschuhe. Modische Acessoires die eben dazu gehörten zum Beruf des Taxifahrers (damals 1941). 
Ich denke mir: Gut, er ist vielleicht alt, aber dafür fährt er dann wenigstens vernünftig. Hah! Yebes fährt... sagen wir mal sportlich. Soll heißen, jede Kurve wird geschnitten und jeder Gang voll ausgefahren. Der fünfte Gang wird gar nicht benutzt. Ging früher ja auch ohne. 
Highlight der Fahrt ist allerdings, als Yebes an einer roten Ampel einfach einschläft und erst durch das in Ecuador übliche Hupkonzert wieder zu sich kommt.
Hat der Südamerikaner ein Berg zur Hand, stellt er eine Heiligenfigur drauf.
Nachdem wir unser Hotel bezogen haben, entschließen wir uns zu einem Rundgang durch die Altstadt von Quito. Dabei sehen wir allerhand Kirchen. Eine prächtiger, als die andere. Für einen Europäer überraschend ist vor allem die Tatsache, dass da an einem Wochentag ein Gottesdienst stattfindet. Doch damit nicht genug, es sitzen auch noch Leute drin. 
Das Einzige, was unseren Rundgang durch Quito stört, ist der Regen und die in Ecuador doch recht rapide einsetzende Dunkelheit. Ist die Altstadt nach Einbruch der Dunkelheit noch sicher? Wir wissen es nicht und entscheiden uns dazu ein Restaurant aufzusuchen. Leider sind die Empfehlungen unseres Reiseführers einmal mehr ziemlich unbrauchbar und wir müssen auf eigene Faust suchen. Fündig werden wir in der Nähe unseres Hotels und freuen uns über Festlandpreise. 
In der Regel bezahlen wir hier für zwei Abendessen mit Getränken etwa 20 $. Und das gilt für Restaurants, in denen man keine Angst vor einer Vergiftung haben muss. An diesem Abend ist das Essen sogar ganz umsonst weil Birte ein Stück Plastik im ansonsten leckeren Essen findet. Eine sehr nette Geste, die uns jedoch so sehr überfordert, dass wir sogar vergessen wenigstens Trinkgeld liegen zu lassen. Peinlich, peinlich. Das Essen war nämlich ziemlich gut. Trotz Plastik.

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