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Das Dach und die Mitte

Der zweite Tag in Quito startet mit einem herzhaften Frühstück, serviert von einem Kellner der Kategorie bemüht aber unfähig. Anschließend geht es auf den Telefriquo einen 4100 m hohen Gipfel vor den Toren von Quito. Ich glaube man kann den Weg auch laufen, aber wir sind im Endeffekt doch ganz froh, dass es eine Seilbahn gibt. Allerdings sind die Gondeln Made in France, was mein Vertrauen in das Produkt nicht unbedingt erhöht.
Nach einem doch recht steilen Aufstieg erreichen wir nach etwa 20 Minuten den Gipfel. Oben angekommen entdecken wir als erstes einen Hund. Birte ist nach wie vor felsenfest davon überzeugt, dass das Tier echt ist. Ich nicht. Sauerstoffmangel und so. Man kennt das.
Echt oder Sauerstoffmangel?
Ansonsten pumpen wir erst einmal kräftig durch. 4100 m ist echt kein Pappenstiel mehr. Solange das Terrain eben ist, geht es ja noch, aber bergauf ist es eine echte Qual. Vom Treppensteigen will ich gar nicht reden. Mir wird ganz blümerant, wenn ich nur dran denke. 
Dafür ist die Aussicht auf Quito und die umliegenden Gipfel aber absolut fantastisch. Wir erklimmen den Weg auf einen kleinen Aussichtspunkt, setzen uns auf unsere fünf Buschstaben und genießen den Blick. Die Stadt ist wirklich sehr lang (45 km), dafür aber nicht sehr breit. Sie erstreckt sich quasi einmal entlang des Tales in dem sie liegt. Das Beste aber ist die Stille. Außer uns hat sich nur eine handvoll Touristen nach hier oben verirrt, aber die verteilen sich eigentlich ganz gut. Und so sitzen wir halt nur so da und solange wir sitzen geht`s auch mit dem Puls und der Atmung. 
Vorne wir, unten Quito.
Den zweiten Teil des Tages verbringen wir mit der Fahrt zum Mittelpunkt der Welt (Mitad  del Mundo). Leicht zu verwechseln mit der Reise zum Mittelpunkt der Erde, aber konzeptionell völlig verschieden. Die Mitte der Welt kann man nämlich von Quito aus mit dem Bus erreichen (90 Minuten, einmal umsteigen) und ist Touristenquatsch der höchsten Kategorie.
Immitten einer ziemlich staubigen Landschaft steht eine Art Vergnügungspark und mitten in diesem Park steht neben einer sehr großen Anzahl an Verkaufsständen und Restaurants das Äquatordenkmal. Stück zu weit südlich, aber das stört die Unmengen an Touristen, die hier abgekippt werden offenbar nicht.
Wir hätten gern ein Foto mit mir auf der Südhalbkugel und Birte... äh...auch. Wir bitten eine deutsche Touristin um Hilfe. Antwort der irritierten Frau, das ginge nicht. Sie sei mit einer Gruppe hier und habe Angst den Anschluss zu verlieren. Kann ich verstehen. Hat man ja oft, dass Leute auf solchen Reisen vergessen werden. 
Glatte Lüge.
Höhepunkt unserer Besichtigung am Äquator ist die Äquatortaufe einer deutschen Reisegruppe. Dazu stellen sich alle auf den falschen Äquator und trinken einen Schnaps. Prost! Und Mahlzeit! Für sowas bezahlen Leute tatsächlich Geld. 
Ansonsten finden wir nichts von dem, was es hier laut Reiseführer alles geben soll. Nicht mal die Toiletten, in denen das Wasser in unterschiedliche Richtungen strudelt. Enttäuschend, da wären wir mal lieber noch ein bisschen auf dem Teleferiquo geblieben, um da rumzuhängen. Mehr ging ja nicht.
Einen Fuß auf der Südhalbkugel und den anderen... auch.

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