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Wie ich nach Argentinien rübermachte

Auf der argentinischen Seite.

Die Mitarbeiter in meinem Hostel wurden und wurden nicht müde zu betonen, man müsse unbedingt beide Seiten der Wasserfälle gesehen haben, weil beide Seiten einander ergänzen würden. Das diente natürlich nur dazu, mir für 40 EUR eine Tour anzudrehen, bei der ich dann den ganzen Tag mit anderen Europäern in einem Van gehockt hätte. Na Dankeschön!

Wenn man das Internet bedienen kann ist es allerdings keine große Herausforderung, diese Tour selbst zu organisieren und spannender ist es auch. Man steigt einfach in einen Bus der groß mit "Argentina" beschriftet ist, bezahlt 1,25 EUR und los gehts. Man juckelt in einem alterschwachen Bus ein bisschen durch die Gegend, wobei der Bus seine Federung bei jedem Huckel voll ausnutzen muss. Naja, auf die Weise setzen die Federn wenigstens keinen Rost an.

Irgendwann kommt man dann zur Grenze. Da steigt man aus und der Busfahrer drückt einem einen Zettel in die Hand und fährt weiter. Wenn man fertig ist mit dumm gucken, holt man sich seinen Ausreisestempel und wartet einfach auf den nächsten Bus, der einen dann bis fast nach Argentinien fährt.

Wasserfälle auf der argentinischen Seite. Drumrum: Ordinäres Gestrüpp, das rund um den Äquator wächst (Dschungel).
Diesmal steigen dann alle aus. Gehen zur Einwanderung und holen sich ihre Einreisestempel. Direkt neben dem Grenzposten ist eine Wechselstube in die ich schnurstracks reinmarschiert bin, denn die netten Argentinier verrechnen sich angeblich immer zu ihren Gunsten wenn man nicht in Peso bezahlt.

Und dann... ja dann ging die Bürokratie los. Pass zeigen. Allen möglichen Kram ausfüllen. Warten. Der Bus war natürlich längst weg. Dabei hat sich die nette Frau in der Wechselstube im Übrigen sehr angeregt mit mir unterhalten. War nett. Irgendwann kam dann ein Formular bei dem ich meinen Beruf eintragen musste. Was soll ich da schreiben? Das spanische Wort für Physik kenne ich, aber ein Paläontologe trägt da ja auch nicht Dinosaurier ein. Dann fiel mir aber doch noch das spanische Wort für Wissenschaftler ein: Scientista.

Vorher nochmal kurz erkundigt, ob das auch tatsächlich ein Wort ist und stolz wie Bolle zurück mit dem Wisch. Daraufhin erklärt mir die Frau ich sei schon der zweite scientista der heute hier durchkommt.Das klingt ein bisschen wie im Western und mir schwant schon wieder Böses.

Keine zwei Sekunden später reicht mir die Frau die kompletten Unterlagen des anderen scientista über den Tresen und fragt, ob ich den kennen würde. Datenschutz auf argentinisch. Nun gut, Brasilien ist das fünftgrößte Land der Welt und es gibt auch mehr als einen Wissenschaftler auf dieser Welt. Soll heißen: Klar kenne ich den Kerl! Er ist an der TU München und wir arbeiten sogar am gleichen Experiment.


Wasser, Wasser überall.
Irgendwann kam dann auch ein Bus der mich wieder einsammelte (ich wäre aus Versehen fast nach Paraguay gefahren) und der setzte mich in Puerto Iguazu am Busbahnhof ab. Da kauft man dann ein Ticket zum Nationalpark, praktischerweise gleich für Hin- und Rückfahrt. Dann ab in den Bus und äh ja... Eier wachsen lassen.

Meine Fresse, diese Busse wackeln so sehr dass sie beinahe auseinander fallen. Trotzdem kann man damit aber offensichtlich immer noch PKWs überholen. Auch bergauf. Mannmannmann.

Dabei geht es immer fröhlich durch den Dschungel bis zum Nationalpark, wo man wieder seinen Obolus entrichtet und dann rumläuft. Im Gegensatz zur brasilianischen Seite ist man von viel Dschungel umgeben, was sehr nett ist, weil der alle naselang einen sehr, sehr bunten Schmetterling ausspuckt.

Leider war der Teufelsschlund aufrgrund von zuviel Wasser gesperrt, was schade war. Dadurch haben sich die Busgruppen schlecht im Park verteilt und man hat das eigentlich Spektakulärste verpasst. Schade, aber aufgrund des vielen Dschungels und des etwas anderen Blicks auf die Fälle durchaus eine Reise wert.

Bilanz des Tages: 10 Euro gespart (im Vergleich zur Hostel Tour) und vier neue Stempel im Pass. 

Mehr Argentinien


Buenos Dias, Argentina

Meine Ankunft in Buenos Aires, die Casa Rosada und Geldumtausch auf einem Schwarzmarkt, der aber eigentlich gar nicht sooooo schwarz ist, sondern eher blau...

San Martin, San Martin

An meinem dritten Tag in Buenos Aires, habe ich ein naturhistorisches Museum besucht. In Teilen sah es dort ein bißchen aus, wie in Hogwarts. Was sonst noch passiert ist lest ihr am besten selbst.

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