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Wie ich bis fast zum Ende des Regenbogens lief

Selbstbildnis mit Regenbogen.

Bislang zählten die Niagarafälle zum Beeindruckensten, das ich in meinem Leben gesehen habe. Gegen die Wasserfälle von Iguacu, sind die Niagarafälle allerdings eher sowas wie ein ... Aber halt! Ich greife vor.
Als ich nach unruhiger Nacht mein Hostel bezogen hatte, hieß die Frage: Was tun mit dem Tag? Schnell war allerdngs klar, dass ich mir noch am selben Tag die brasilianische Seite der Wasserfälle anschauen würde. Auf die Frage, wie man denn am besten zu den Fällen komme, bot man mir im Hostel einen Shuttlebus an. Nun gut. Ich werde mich an geeigneter Stelle ausgiebig darüber aufregen. Versprochen.

Ein erster Blick. Ich bin beeindruckt.

Das Shuttle setzte mich am Eingang zum Nationalpark ab und nachdem eine Zeit zur Rückkehr festgelegt worden war, stiefelte ich los. Schnell den Eintritt bezahlt und auf einen der Busse gehüpft, die einen zu den Fällen bringen. Dort angekommen eröffnete sich mir der erste Blick auf die Wasserfälle. Faustregel: Fälle sehen von Brasilien aus, Fälle fühlen von Argentinien aus.
Erster Gedanke: Nicht schlecht!

Naenbär. Fieses Vieh.

Ach, bevor ich weiterrede eine kurze Abschweifung zum Thema Nasenbären. Die leben da überall und klauen unaufmerksamen Touristen das Essen. Manchmal sieht man dann zum Beispiel nur einen buschigen Schwanz aus einem Mülleiner gucken. Aber streicheln sollte man sie wohl nicht. Sie kratzen, beißen und übertragen Tollwut. Wie Eichhörnchen. Außerdem: Wer versucht mir Kekse zu klauen, den kann ich schon mal generell nicht leiden.

Noch mehr Wasser.

Also rasch Familie Nasenbär vom Weg verscheucht und weiter den Weg entlang. Und dann die Erkenntnis: Uih, das geht ja noch weiter. Krass! Unfassbare Mengen Wasser ergießen sich da über die Klippen, teilweise über zwei Stufen und veranstalten ein Getöse, das man das eigene Wort nicht versteht. Sehr, sehr beeindruckend. Ebenfalls überall kleine "Rauchfahnen" aus Gischt und natürlich Regenbögen.Wo große Wasserfälle sind, sind auch fast immer Regenbögen.

Blick in den Teufelsschlund von weitem.

Je näher ich der Garganta do Diabolo komme, desto lauter wird es und umso nasser wird es auch. Von überall fliegt mir die Gischt um die Ohren und es tropft von den Bäumen. Das war aber noch gar nichts, verglichen mit dem was mich im Teufelsschlund erwarten sollte.
Quasi direkt hinein führt eine Brücke an deren Eingang ein alter Mann Regenponchos verteilt. Männlich lehne ich ab. Nur soviel: Ich war auf halber Strecke sehr dankbar eine Regenjacke dabei zu haben (vielen Dank an Herrn Schatto!).

Teufelsschlund aus der Nähe.

Über die Brücke und immer weiter in Richtung Regenbogen. Das Erstaunliche: Man kommt auf etwa fünf Meter an das Ende des Regenbogens heran. Geht man dann weiter, kommt man nicht mehr näher, aber die Lichtbrechung, macht coole Effekte. Der Regenbogen verformt sich langsam aber sicher zu einem Regenkreis. Da macht das Physikerherz Luftsprünge! Einen ganzen Kreis habe ich leider nicht geschafft aber immerhin. 
Und dann stehe ich irgendwann mitten im Teufelsschlund. Um mich rum das tosende Wasser. Ich bin so beeindruckt, dass ich nicht mal merke, wie nass ich dabei werde. Schadet das Wasser der Kamera? Egal, das muss fotografiert werden! Keine Ahnung wie lange ich da stehe. 15 Minuten? 20?
Und dabei werde ich natürlich nasser und nasser. Egal! Das ist der coolste Platz an dem ich bisher war. Da lege ich mich fest. Niagara? Das ist dagegen tatsächlich der reinste Kinderspielplatz.
Auf dem Weg zurück über die Brücke - man fühlt sich wie in einem Orkan - kommt mir eine Frau in einem weißen Kleid entgegen. Ohne Regenponcho. Soll ich sie warnen?
Näh, es gibt Dinge im Leben, die muss jeder für sich rausfinden. 

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