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San Martin, San Martin


Morgens beim Aufstehen hat Scott schon wieder eine neues Opfer gefunden und verzapft im wesentlichen die gleiche Leier wie gestern. Naja egal, beschäftigt tun und weg. Das erste Ziel des Tages ist das naturhistorische Museum, das etwas außerhalb liegt und lächerliche 10 Peso Eintritt kostet. Dafür gibt es allerdings auch keine echten Highlights. Es gibt die für diese Art Museum übliche Mischung aus prähistorischen und zeitgenössischen Tieren. Tot und wohlpräpariert versteht sich. Die Schädel verschiedener Wale sind ganz interessant (und ganz schön groß).


Die Nummer 43 mit Reis bitte!


Im Grunde genommen ist das Museum sogar ziemlich altbacken. Eine nicht unerhebliche Zahl an Exponaten ist in Formaldehyd konserviert. Vorwiegend Fische, Frösche und Reptilien. Das wirkt im Ganzen manchmal so, als wäre man in Hogwarts einmal falsch abgebogen. Jeden Moment kommt Prof. Snape um die Ecke und zieht einem die Ohren lang.

Das zweite Ziel heißt dann Cabildo, ein historisches Gebäude und wohl so etwas wie die heilige Kuh der Argentinier. Ziemlich voll, dafür aber umsonst. Viel zu sehen gibt's allerdings nicht. Ein paar Gemälde, die allesamt ehemalige Stadthalter zeigen, Truhen und ein bisschen silbernes Zeugs. Und ganz wichtig: Eingang und Ausgang sind in diesem Gebäude getrennt und müssen auch unbedingt als solche behandelt werden. Geht man zum Eingang raus - ein unerhörter Vorgang - riskiert man eine deftige Ermahnung.


Cabildo von außen.

Das Mausoleum von San Martin


Ebenfalls an der Plaza de Mayo, allerdings schwierig zu finden, weil von einem mächtigen Baugerüst verdeckt, liegt die Catedral Metropolitana. Überhaupt sind auf diesem Kontinent Kirchen nur schwer zu finden, weil ihnen meistens die Türme fehlen. Außerdem befinden sie sich, anders als in Europa, nicht an einer exoponierten Stelle auf einem weitläufigen Platz.

Diese Kathedrale ist allerdings einen Besuch wert. Viel Gold, Marmor, Statuen und in beinahe jedem Winkel ein Seitenaltar. Vor denen knien dann zum Beispiel Frauen mit absurd tätowierten Oberarmen und beten. Auf den meisten Seitenaltären stehen übrigens Madonnen. Maria, Maria, Maria. Man kommt sich vor wie im Münsterland, nur dass einige der Madonnen in argentinische Farben gehüllt sind. Auch die Decken der Seitenkapellen sind strikt in hellblau und weiß gehalten.

Später wird mir auch klar warum: In dieser Kathedrale befindet sich das Mausoleum von San Martin. Mein Spanisch reicht um zu entziffern, dass der Mann argentinischer Freiheitskämpfer und der Befreier von Chile und Peru war. Respekt!

Mausoleum von San Martin.

Pizza in Buenos Aires


Zum Abendessen gibt's Pizza. Jaja, ich hör euch schon alle schreien: Pizza in Argentinien?!? Hat er jetzt völlig den Verstand verloren? Hat er nicht! Buenos Aires verfügt nämlich über einen nicht unerheblichen Hintergrund italienischer Einwanderung. Und die haben dann das gemacht was sie offensichtlich immer tun: Hefeteig mit Wurst, Käse und Gemüse belegt und das Ganze gebacken. Daraus ist dann ähnlich wie in New York oder Chicago ein eigener Stil entstanden.

Argentinische Pizza verspeist unter den gestrengen Blicken des Kaisers.
Ich suche mir einen Laden mit vielen Fußballbildern aus. Das finde ich einladend und unter den Blicken von Messi, Maradonna und Matthäus ordere ich eine Pizza. Ich nehme erstmal Chica, also quasi die Frauenportion. Die Pizza ist ganz lecker zur Hälfte belegt mit Schinken und zur anderen mit Wurst. Und natürlich mit Käse. Meine Güte so viel Käse! Schon nach der Hälfte bin ich pappsatt. Hinter mir amüsiert sich vermutlich schon die Bedienung: Lächerliche Europäer, die nicht mal eine Frauenportion schaffen.

Von der Wand aus spricht der Kaiser zu mir: Komm schon Bua, des schaffst du! 
Käsedelirium. Eindeutig.

Unter seinen strengen Blicken schaffe ich dann doch 3/4 der Pizza. Zu dem Geruch der Pizza gesellt sich noch ein weiterer, "der Geruch von Feuern, die in der Ferne brennen, mit einem Hauch Zimt darin - so riecht das Abenteuer". Zeit dem Geruch zu folgen. Morgen geht's weiter nach Ecuador.

 

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Kommentare

  1. Nun ja, ich kenne das Buch zwar nicht, aber Zitate zu nennen ohne die Herkunft anzugeben, hat schon so manch einem viel Ärger eingebracht!

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  2. "Die 13 1/2 Leben des Käptn Blaubär"
    Gruß St. Kahmann

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  3. Das ist im heutigen Leben auch viel zu einacfh...man muss es nur bei google suchen. Das ist ja gar keine Herausforderung mehr :-(

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