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Mit David Guetta in Guayaquil

Nach der einigermaßen anstrengenden Reiserei beginnt mein erster Tag in Guayaquil völlig entspannt. Ausschlafen. Frühstücken Einkaufen. Auch sonst passiert den Tag über wenig. Josè mein Gastgeber muss arbeiten und das gibt mir Zeit ein bisschen am Design des Blogs zu schrauben. 
Abends geht es dann auf eine Party. Roberto, ein guter Freund von Josè feiert seinen dreißigsten Geburtstag. Die Party steigt auf einer Dachterrasse mit unglaublichem Rundumblick über Guayaquil. Bier gibt's keins, dafür aber jede Menge Schnaps. Das kann ja heiter werden. 


Freund, Gastgeber, Dolmetscher, Fremdenführer: Josè Maria Leon Cabrera.

Javier


Nach ein paar Gläsern braunem Schnap komme ich über Josè mit einem Typen ins Gespräch der Javier heißt. Javier ist, wie sich rausstellt ein Berater des Vizepräsidenten. Javiers Englisch hat in etwa die Qualität meines Spanisch und so muss Josè dolmetschen. Aus dem Gespräche lerne ich eine Menge. Das Interessanteste ist wohl die Geschichte über den Yasunì Nationalpark, ein Regenwaldgebiet am Amazonas. Laut Josè, und wikipedia bestätigt das, hat dieses Gebiet eine der größten Artenvielfalten weltweit. So weit so schön, aber unter diesem Gebiet lagern große Ölvorkommen. 
Eine mögliche Rettung für den Nationalpark liege laut den beiden nun in einem von der Regierung ins Leben gerufenen Projekt. Sollte die Weltgemeinschaft die Hälfte des dort in Form von Erdöl lagernden Geldes aufbringen, würde Ecuador auf die Ausbeutung verzichten. Deutschland habe auch schon Geld gegeben. Allerdings müsse man bis Ende des Jahres etwa 3 Milliarden Dollar zusammenbekommen. Jetzt stünde man bei 150 Millionen. O-Ton Javier: It's not gonna happen.
Aber ich lerne noch mehr: Rafael Correa ist ein konservativer Mitte-Rechts Präsident. Ich sage, dass ich das so nie wahrgenommen hätte und ihn eher als einen kleinen Chavez empfunden hätte, was möglicherweise auch mit der Berichterstattung in den deutschen Medien zusammenhängt. Das, so werde ich belehrt, sei nun wirklich nicht der Fall. Correa, sei wenn überhaupt eine klitzeklitzekleiner Chavez, sonst aber konservativ. Er sei zum Beispiel strikt gegen gleichgeschlechtliche Ehen und Alkohol dürfe in der Woche nur bis 24 h ausgeschenkt werden. Sonntags müsse man sogar dursten. Außerdem hänge viel davon ab mit welchem Fuß er morgens aufstehe.
Meine Frage, ob Correa ein mächtiger Präsident sei wird bejaht. Er habe sowohl durch das Gesetz, als auch in der Praxis eine Menge Macht. Das Parlament habe zwar in der Theorie viel Macht, aber von 130 Abgeordneten seien 110 auf der Seite von Correa. Es gebe halt eine Menge Handraiser.
Schnapsbedingt verflachen die Gespräche irgendwann. Javier erzählt, wenn der Vize-Präsident anrufe, müsser er immer rangehen, ergal was er gerade mache. Auch auf dem Klo. Javier hat einen verantwortungsvollen Job. 

Ein namenloser Chilene


Als nächstes unterhalte ich mich mit einem sehr netten Chilenen, der mir Fotos von seiner Tochter zeigt und eine Menge von Lothar Matthäus und Stuttgart schwärmt. Sein Freund macht ein Gruppenfoto, das, wie ich später erfahre sofort bei facebook gepostet wird. Untertitel: Con David Guetta en Guayaquil. Faustregel: Wenn man als David Guetta durchgeht: Haare schneiden!
Ein weiteres Thema des Abends ist Oscar. Oscar, heißt es, werde morgen Vater und es könne sein, dass er deshalb nicht komme. Das Kind sei gewissermaßen schon halb draußen und man wisse nicht so recht. Irgendwann taucht Oscar dann doch auf. Die Frauen in Ecuador müssen sehr geduldig sein.

Galapagos


Und dann natürlich die Galapagos. Jeder einzelne mit dem ich mich auf der Party unterhalte schwärmt von den Galapagos. Es sei unfassbar schön dort und einfach etwas ganz Besonderes. Die zukünftige Frau des Gasgebers erklärt sich sogar bereit mir bei der Suche nach günstigen Flügen zu helfen. Und vor Ort könne man dann alles weitere organisieren. Ein Boot miete man natürlich bei einem alten Mann am Strand. Der würde einen dann rausfahren und dann könne man Schnorcheln. Der alte Mann würde einen natürlich nicht vor Haien warnen und man könne leicht eine Herzattacke bekommen wenn ein Hai auf einen zukommt. Sie allerdings, sagt die Zuküftige des Gastgebers, sei eine wilde Person. Ihr mache das nichts. Aha.
 

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