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Bananen und Blutwurst

Es tut mir schon beinahe leid, dass es schon wieder ums Essen geht, aber die Küche in Ecuador ist mir tatsächlich einen Post wert. Und: Keine Angst, Meerschweinchen kommen nicht vor. Vor allem unterscheidet sich das Essen hier deutlich, von der doch sehr von Fleisch dominierten Küche in Rio und Buenos Aires.

Guayaquil liegt am Meer, was bedeutet, dass es natürlich eine große Auswahl an Meeresfrüchten gibt. Da ist zum Beispiel Ceviche, eine traditionelle Suppe mit Fisch oder Meeresfrüchten. Allerdings wird Ceviche kalt serviert, was zum großen Teil dem heißen Klima in Guayaquil geschuldet ist. Ceviche ist wirklich sehr gut.

Meeresfrüchte. Tintenfisch in Pesto, Avocados (keine Meeresfrüchte) und Shrimps.

Und dann wären da natürlich noch Bananen. Allerdings nicht die süßen gelben nach DIN-Norm gebogenen Dinger aus Deutschland, sondern grüne Bananen, roh angeblich nicht genießbar. Was man aus diesen grünen Bananen alles machen kann ist sensationell. Man kann sie natürlich frittiern und mit einem Frischkäse, der Ähnlichkeit mit Ricotta hat, servieren. Oder man kann Chifles draus machen. Das sind salzige Chips, die besonders lecker schmecken, wenn man sie vorher in Ajì tunkt. Ajì ist eine sehr würzige, sehr scharfe Soße die unter anderem Zwiebeln und diverse Kräuter enthält. Diese Soße lässt sich mit der Entwicklung der Schärfe übrigens Zeit. Da ist der Bissen dann auch gern schon mal zwei Minuten verschluckt, ehe man merkt wie taub das Zeug die Zunge macht.

Mann kann aus den grünen Bananen aber zum Beispiel auch eine Suppe machen. Die ist bräunlich, sehr sämig und hat die Konsistenz von zu weichem Kartoffelbrei. In dieser Suppe, zu der übrigens Reis serviert wird, schwimmen dann wieder Meeresfrüchte. Phänomenal!

Nachschlag gefällig? Beim ersten Abendessen ordert Pily (Josès Freundin) eine Suppe in der etwas schwimmt, das ein bisschen wie ein Leberknödel aussieht. Sie bittet mich zu probieren und es schmeckt sehr gut. Dann allerdings die Überraschung: Dieser Knödel ist, obwohl er wieder völlig anders schmeckt als die restlichen Gerichte ebenfalls aus grünen Bananen zubereitet. Wahre Verwandlungskünstler diese Bananen.
Caldo de Salchicha. Suppe mit Blutwurst.
Heute dann wieder was Neues. Wir gehen brunchen und es gibt (O-Ton Josè) etwas sehr Traditionelles. Und zwar gibt es Caldo de Salchicha, eine braune Suppe mit Wurst. Diese Wurst ist allerdings keine gewöhnliche Wurst, sondern eine Blutwurst, die im Gegensatz zu unseren deutschen Würsten nicht mit Speck und Fleisch, sondern mit Reis gefüllt ist. Vorher noch eine Limette darauf ausgepresst und rein damit. Auch diese Suppe schmeckt wieder völlig anders, als alles was ich bisher gegessen habe und ich bin wirklich nicht picky. Anders, aber gut, das sollte man vielleicht dazu sagen. Das ist vielleicht der generelle Tenor für das Essen in hier in Guayaquil: Sehr anders, aber wirklich sehr sehr gut!




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