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Austauschschüler... mit 31

Leuchtturm in Santa Ana. Man beachte das Gerüst!
Laut neuesten Erkenntnissen der Verhaltenforschung soll der gebildete Mensch vor allem eines: Reflektieren. Und zwar möglichst nicht nur Licht, sondern über sich selbst, sein Verhalten, sein Leben und überhaupt. Demnach ist es also an der Zeit, einmal ausführlich über meinen Aufenthalt in Guayaquil zu reflektieren.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Guayaquil nicht die schönste Stadt in Ecuador ist. Es ist eine moderne Küstenstadt mit ein paar Bauten im Kolonialstil in der Innenstadt. Dennoch war mein Aufenthalt in Guayaquil eines der spannensten Erlebnisse in meinem Leben. Der geneigte Leser fragt sich jetzt: Wie kann das nun wieder angehen? Ganz einfach: In Guayaquil habe ich Tage erlebt die denen eines Austauschschülers sicherlich nicht unähnlich sind. 
Zum großen Teil verdanke ich das zwei Menschen, denen ich für ihre schier unfassbare Gastfreundschaft sehr dankbar bin: Josè Leon (mein Gastvater) und Pily Estrada (meine Gastmutter). Die beiden haben mit unermüdlichem Einsatz dafür gesorgt, dass ich die Tage in Guayaquil sehr genossen habe. Zum Beispiel habe ich am Geburtstagsessen von Josès Großmutter teilgenommen und dabei, beinahe die ganze Familie inklusive einer unüberschaubaren Anzahl an Cousins und Cousinen kennengelernt. Sie haben mich durch die Stadt gefahren und mir dabei nicht nur die schönen Viertel von Guayaquil gezeigt, sondern auch die weniger schönen, in denen die Häuser nach starken Regenfällen regelmäßig weggeschwemmt werden. Ich war mit Josè beim Fußball und habe mir Pilys Galerie angeschaut.
Lord Byron oder Olmedo? Unklar.
Und ich habe gelernt: Auch wenn Guayaquil nicht die schönste Stadt der Welt ist, diese Stadt hat Geschichte. Ein Denkmal zeugt zum Beispiel vom historischen Treffen zwischen Simon Bolivar und San Martin (ja, der San Martin). Was aber viel interessanter ist: Diese Stadt hat Geschichten. Beispiel gefällig? In Guayaquil sollte ein neues Standbild für einen Herrn namens Olmedo errichtet werden. Zu diesem Zweck wurde ein Abgesandter der Stadt mit einer größeren Barschaft ausgestattet und nach Frankreich entsandt um dort ein solches Standbild anfertigen zu lassen. Gerüchte besagen nun, dieser Abgesandte sei nicht nach Frankreich gefahren, sondern hätte in England einfach eine bereits fertige Statue von Lord Byron erstanden. Etwas günstiger versteht sich. Den Rest des Geldes habe er dann für sich behalten. Dementsprechend wisse man nicht genau ob von dort oben nun ein Herr namens Olmedo oder Lord Byron auf einen herabschaut.
Und die Stadt hat Leguane. Genuagenommen einen ganzen  Park voll. Die Laufen dort rum, erfreuen die Touristen und streiten sich mit den Tauben ums Essen. Ein Park voller Leguane ist für einen Europäer dann doch ein eher ungewohntes aber interessantes Motiv.
Guayaquil: Eine Stadt die ich nie vergessen werde! Danke Josè! Danke Pily!

Jede Menge Leguane.

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